Die Gastronomen, Gastgeber und touristischen Anbieter in der
Verwaltungsgemeinschaft Ershausen/Geismar wollen sich untereinander und mit dem
Heimat- und Verkehrsverband Eichsfeld (HVE) abstimmen. Um die Zusammenarbeit in
Gang zu setzen, hatte vor einigen Tagen der VG-Vorsitzende Markus Rippel zu
einer Gesprächsrunde eingeladen.


Ershausen. "Wir haben in unserer landschaftlich sehr reizvollen Region viele
Anbieter, die aber bisher untereinander nicht vernetzt sind", erklärt Markus
Rippel. Angestrebt werde zum Beispiel ein Abgleich unter den Gaststätten, wer
wann Ruhetag habe oder wer Mittagstisch anbiete. Angestrebt ist, bei den recht
häufigen Urlaubsanfragen für drei bis vier Tage Aufenthalt mehr Angebote mit
Unternehmungen in der engeren Region unterbreiten zu können. In der
Vorbereitungsrunde mit insgesamt etwa 20 Teilnehmern waren auch der Naturpark
Eichsfeld-Hainich-Werratal durch Uwe Müller und der HVE durch die
stellvertretende Geschäftsführerin Ute Morgenthal vertreten.
 
Dass auch Kreiswegewart Alexander Baum und örtliche Wegewarte dabei waren, hatte
damit zu tun, dass in der VG, zu der beispielsweise der Eichsfelder
Hauptwallfahrtsort Hülfensberg und das lauschige Ershäuser Freibad gehören, auch
die Wanderrouten überarbeitet und eine neue Wanderkarte erstellt werden sollen.
Dabei gehe es nicht nur um eine Überprüfung und erforderlichenfalls Verbesserung
der Durchgängigkeit und Begehbarkeit der Wege, sondern auch um eine gute
Beschilderung und die um Vernetzung der Wege, sagt Rippel. Jetzt werde überlegt,
welche Rundwege ausgewiesen und wo noch Schutzhütten errichtet werden könnten.
 
"Wir müssen unsere Potenziale für den sanften Wandertourismus besser
präsentieren", hofft Rippel auf noch mehr Mitstreiter bei der touristischen
Aufwertung. Ein starker Partner soll dabei nun der HVE werden, mit dem es bisher
innerhalb der VG kaum eine Zusammenarbeit gab. Vorgesehen ist eine Nennung und
Verlinkung von Angeboten auf der HVE-Internetseite - darunter auch der gut
ausgelasteten Jugendherberge im Schloss Martinfeld und des Ershäuser
Schullandheims von "Arbeit und Leben Sozialarbeit" mit immerhin 30 Betten, die
beide noch nicht im Gastgeberverzeichnis des HVE gelistet sind. Das könne sich
auf der Internetplattform schnell ändern, sagt HVE-Geschäftsführer Hans-Georg
Kracht. Leider sei das gedruckte Verzeichnis erst vor kurzem neu erschienen.
 
Kracht freut sich, dass VG-Chef Markus Rippel schon im ersten Jahr nach seinem
Amtsantritt "auf uns zugekommen ist". Und mit dem Satz "Wir können nur das
vermarkten, was uns bekannt ist" lädt er alle Gastgeber und Anbieter, die bisher
nicht beim HVE registriert sind, dazu ein, Kontakt aufzunehmen. Ein umfassendes
Angebotsspektrum sei im Interesse des ganzen Eichsfeldes. Was die VG
Ershausen/Geismar betrifft, so könnten dortige Ziele in Wanderbus- oder
Genussbus-Touren integriert werden. Wichtig sei die Kooperation auch bei der mit
dem Landkreis geplanten Fortschreibung des Wander- und Radwegenetzes, so Kracht.
In der VG Ershausen/Geismar sollen nun Arbeitsgruppen zusammen mit dem HVE
Entwicklungsziele und konkrete Angebote erarbeiten.
 
 
Jürgen Backhaus / 06.02.13 / TLZ