Erfurt. Das Verkehrsministerium wird seine Anfang dieser Woche gestartete
Internet-Umfrage zu "Tempo 30" am Freitag abbrechen. Der Ministeriumssprecher
verweist auf großes Interesse. Nach Hackerangriffen sei aber keine seriöse
Auswertung möglich.

"Leider haben einige Internet-Nutzer den Schutz vor Mehrfachabstimmung umgangen.
Nach diesen Manipulations-Eingriffen ist keine seriösen Auswertung mehr möglich.
Deshalb werden wird die Umfrage nicht weiterführen", sagte Ministeriumssprecher
Fried Dahmen gestern unserer Zeitung.
 
Die Umfrage war am Montag von Verkehrsminister Christian Carius gestartet
worden. Zur Auswahl standen die Aussagen "Ich will mehr Tempo 30 innerhalb von
Ortschaften", "Ich will weniger Tempo 30 innerhalb von Ortschaften" und "Ich bin
für die Beibehaltung der geltenden, differenzierten Regelungen." Auf
TA-Nachfrage sagte Dahmen gestern, Interesse und Nachfrage seien von Anfang
riesig gewesen. "In Internet-Foren wird das Thema "Tempo 30" kontrovers
diskutiert. Darüber hinaus erhalten wir auch direktes Feedback - vorzugsweise
per E-Mail - von Thüringerinnen und Thüringern zum Thema", so der
Carius-Sprecher.

 
Ursprünglich wollte das Ministerium die Ergebnisse der eigentlich bis
Ostermontag geplanten Internet-Umfrage regelmäßig veröffentlichen. Nachdem
zunächst Stimmen überwogen, die sich für die Beibehaltung der geltenden
Regelungen zu Tempo 30 und Tempo 50 aussprachen, sei die Abstimmung Mitte der
Woche plötzlich nach Zigtausenden Voten in alle Richtungen ausgeschlagen - was
laut Dahmen auf automatische Klicks zurückzuführen ist.
 
Generell von Umfragen absehen will das Ministerium aber nicht. Man nutze seit
Jahren das Internet für Thüringer Verkehrsthemen, sagte Dahmen, "das machen wir
auch weiter so".
 
Zur künftigen Meinungsbildung über Tempo 30 wollte der Sprecher sich nicht
äußern. Das Verkehrsministerium befürworte aber weiter keine generelle
Regelgeschwindigkeit von 30 km/h innerorts. Statt dessen favorisiere man
Ortsumgehungen beim Straßenbau.
 
"Thüringen hat beim Bund 90 Projekte für den Bundesverkehrswegeplan 2015
angemeldet. Darunter befinden sich 82 Ortsumgehungen an Bundesstraßen", sagte
Dahmen. Wo es keine Umfahrungen gebe, müsste gegebenenfalls auf Hauptstraßen
eine Tempo-Reduzierung vorgenommen werden.
 
Hanno Müller / 21.03.14 / TA