Die Holzland-Ranger haben ringsum den Gleisberg Wanderwege wieder entdeckt und
begehbar gemacht.

Löberschütz. Gleich hinter dem Feuerwehrhaus mitten in Löberschütz geht es nach
rechts, auf der Brücke über den Bach, und dann gemächlich auf den Alten
Gleisberg hinauf. Weiße Schilder mit einem waagerechten gelben Strich in der
Mitte weisen den Wanderer am Waldsaum entlang, dann zwischen den Bäumen hindurch
auf die Höhe. Von dieser führt der Weg auf der anderen Seite des Berges hinunter
bis nach Taupadel. Jetzt im Spätherbst sind die Wegemarkierungen an den Bäumen
weithin sichtbar. "Doch selbst, wenn im Sommer wieder alles grün ist, dann
werden Spaziergänger den Weg ohne Probleme finden", ist Peter Panzer vom
Tourismusverband Jena/Saale-Holzland überzeugt. Noch vor kurzem war das
keineswegs der Fall. Da war der Wanderweg auf weiten Strecken zugewuchert und an
mancher Stelle überhaupt nicht erkennbar.


Dass sich hier nun kein Spaziergänger mehr verirren muss, dafür haben die
"Holzland-Ranger am Gleisberg" gesorgt. Zehn Männer und Frauen gehörten seit
September vergangenen Jahres zu dieser Gruppe, die in dem Natur- und
Tourismus-Beschäftigungsprojekt mitgewirkt hat. "Die Idee, historische
Wanderwege im Gleistal und auf den Hängen ringsum wieder begehbar zu machen,
haben wir schon länger, nur haben die Gemeinden kaum die Kraft dazu", räumt
Peter Ganß, Bürgermeister von Golmsdorf ein. Seine Gemeindearbeiter sind z.B.
vollauf beschäftigt, um in den drei Ortsteilen von Golmsdorf für Ordnung zu
sorgen. Löberschütz hat gar keinen hauptamtlichen Gemeindearbeiter, wie
Bürgermeister Karl-Heinz Petzold berichtet. Doch, dass die Region noch viel
touristisches Potenzial hat, davon ist auch er überzeugt. Die beiden
Kommunalpolitiker haben deshalb nicht lange gezögert, als sich die Chance für
das Holzland-Ranger-Projekt ergab. Partner hierbei waren das Jobcenter des
Landkreises und die Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) in Jena. "Wir
haben fünf Ranger in Bürgel eingesetzt und fünf im westlichen Gleistal, die dem
Unterholz rund um den Gleisberg von verschiedenen Punkten aus zu Leibe rückten",
berichtet Petra Thieme vom FAW.
 
Zehn Monate, auch den ganzen Winter hindurch, waren sie im Einsatz. "Es gab Tage
im Januar, da waren es minus 18 Grad, da mussten wir uns warm arbeiten",
erinnert sich Steffi Adam, die von Anfang an zu den Rangern gehörte. Sie wurde
ebenso wie Peter Hanf und drei weitere Kollegen auf Zeit nach Ablauf der ersten
Projektphase noch einmal sechs Monate als Ranger am Gleisberg beschäftigt. "Die
Kollegen haben wirklich gute Arbeit geleistet", loben Petra Thieme und Diana
Himmelreich die Gruppe. Die junge Frau ist als stellvertretende Bürgermeisterin
von Golmsdorf für das Gleistal-Team verantwortlich gewesen. "Wir haben oft über
alten Karten gesessen und uns historische Wege- und Landschaftsnamen angeschaut,
um dann draußen die verschwundenen Wege wiederfinden zu können", berichtet sie.
Die Ranger haben das dann in Eigenregie übernommen und sich buchstäblich durchs
Unterholz geschnitten und gesägt. Das Handwerkszeug dafür haben die Gemeinden
bereit gestellt. An zwölf markanten Punkten und Kreuzungen wurden Wegweiser
aufgestellt, zudem wurden 60 Wegemarken an Bäumen angebracht. Das Material dafür
hat der Tourismusverband bezahlt.
 
Die Holzland-Ranger haben nicht nur den rund vier Kilometer langen Wanderweg von
Löberschütz nach Taupadel wieder erlebbar gemacht und damit eine interessante
Verbindung zur Saale-Horizontale hergestellt, sondern sie haben insgesamt rund
37 Kilometer Wanderwege in der Region für Naturfreunde neu erschlossen.
 
 
Angelika Schimmel / 27.11.12 / OTZ