In Hesserode regt sich Widerstand. Denn geht es nach der Stadt Nordhausen, soll
der Weg nach Hesserode nur noch über eine Einbahnstraße führen. Diese Empfehlung
hat die Stadt zumindest dem Straßenbauamt in Leinefelde im Zuge einer Anhörung
gegeben.

Hesserode. "Um für eine Entlastung im Ort insbesondere vom Lkw-Verkehr zu
sorgen, hatte die Stadt die Einbahnstraßenregelung samt Radfahrstreifen aus
Nordhausen in Richtung Hesserode vorgeschlagen", bestätigte Stadtsprecher
Patrick Grabe. Diese Lösung hatte Bürgermeister Matthias Jendricke (SPD) bereits
zu Jahresbeginn dem Ortschaftsrat vorgestellt. Dieser hätte diese Variante auch
bestätigt, sagte Jendricke am Mittwoch. Mit dieser Wegelösung könnte außerdem
der schon lange geforderte Radweg zwischen den Orten eingerichtet werden. Diese
Trasse hatte der bisherige Straßenbaulastträger, der Bund, nie realisiert.


Nach Vorstellungen der Stadt sollte die Fahrbahn aus Sicherheitsgründen von Rad-
und Fußweg mittels einer Leitplanke getrennt werden. Der kombinierte Rad- und
Fußweg würde dann in die Paul-Urban-Straße münden. Doch gegen diese
Einbahnstraßenpläne zwischen den Ortschaften haben die Hesseröder jetzt 381
Unterschriften gesammelt. Ortsteilbürgermeister Michael Kramer (parteilos) hat
diese bereits an Nordhausens Oberbürgermeister Klaus Zeh (CDU) übergeben. Die
Einwohner kritisieren vor allem die Verkehrsführung in Richtung Nordhausen, die
dann ausschließlich über Werther laufen würde.
 
"Die Einbahnstraßenregelung hätte zur Folge, dass sich morgens im Berufsverkehr
noch viel mehr Fahrzeuge aus Richtung Hesserode in Werther stauen", sagte
Kramer. Bereits jetzt herrsche morgens auf der engen Straße und an der Kreuzung
Chaos, betonte der Ortsteilbürgermeister. Mit demselben Argument lehnt auch der
neue Straßenbaulastträger, der Landkreis, diese von der Stadt vorgeschlagene
Variante ab. "Es ist nicht zu verantworten, dass in Hesserode Verkehr über die
Engstelle in der Abzweigung nach Werther geleitet wird", teilte Kreissprecherin
Jessica Piper mit.
 
Ein weiteres Problem, so erläutert Kramer, könnten fehlgeleitete Lkw sein, die
in Richtung Nordhausen am Ortsausgang Hesserode plötzlich vor dem
Einbahnstraßen-Schild stehen und dann als Ausweich über den Holungshügel fahren.
Diese Trasse hatten die Hesseröder in dem Schreiben an Zeh als mögliche neue
Radwegtrasse in Betracht gezogen. Des Weiteren müsste eine Bushaltestelle im Ort
verlegt werden. Die Einwohner hätten dann einen weiteren Weg.
 
 
Susanne Bernstein / 13.12.12 / TA