Sich ohne Stadtplan in Weimar zurecht zu finden, wird im nächsten Jahr leichter
werden. Das zumindest verspricht sich die Weimar GmbH von ihrem neuen
touristischen Leitsystem für Fußgänger.

Weimar. Waren Weimar-Besucher bislang auf Weiß-Grün konditioniert, gilt es ab
2013, die Augen nach einem blauen Grund mit weißer Schrift offen zu halten.
 
Insbesondere jenen Fremden, die auf der schnellen Suche nach den
Sehenswürdigkeiten der Stadt sind, dürfte das neue Leitsystem entgegenkommen. Es
ist wesentlich umfangreicher angelegt und soll zudem noch um Informationstafeln
bereichert werden. Die gröbsten Fakten zu den Welterbe-Orten, -Gebäuden und
ihren Protagonisten lassen sich dann quasi im Vorbeigehen auflesen. Bis zum
Sommer 2013 sollen mehr als zweihundert Schilder an 34 Standorten montiert sein.
Zum Vergleich: Bislang gibt es in der ganzen Stadt nur 14 solcher Wegweiser zu
Kunst und Kultur.


Geld musste vor Ablauf 2012 ausgegeben werden
So etwas kostet eine Stange Geld, und weil in Weimar noch immer nicht der
plötzliche Reichtum ausgebrochen ist, war die Anschaffung nicht möglich ohne
Hilfe von Oben: Das neue Leitsystem wurde finanziert aus dem "Sonderprogramm des
Bundes zur Förderung der Unesco-Stätten in Deutschland". Von dort flossen 88.000
Euro Fördermittel. Ein Großteil der Kosten ist damit abgedeckt.
 
    Den ersten neuen Wegweiser enthüllten Ulrike Köppel und Anja Dietrich
(Weimar GmbH) mit OB Stefan Wolf vor dem Bahnhof. Betriebshofleiter Dieter
Rotter (li.) und seine Mannschaft haben damit die erste von 34 Säulen gesetzt.
Foto: Sabine Brandt Den ersten neuen Wegweiser enthüllten Ulrike Köppel und Anja
Dietrich (Weimar GmbH) mit OB Stefan Wolf vor dem Bahnhof. Betriebshofleiter
Dieter Rotter (li.) und seine Mannschaft haben damit die erste von 34 Säulen
gesetzt. Foto: Sabine Brandt
 
Weil sich aber die öffentliche Hand im Takt der Haushaltsjahre öffnet und
schließt, musste das Geld vor Ablauf 2012 ausgegeben werden. Darum setzten die
Weimar GmbH und der Oberbürgermeister alles daran, ihren ersten neuen Wegweiser
noch vor Jahresende zu enthüllen: Das informative Stadtmöbel steht seit gestern
vis-a-vis dem Bahnhof zeigt Richtung Innenstadt.
 
Die Beschilderung ist durchgängig zweisprachig
Die Beschilderung ist durchgängig zweisprachig. Sie hilft bei der Suche nach
barrierefreien Toiletten und führt in ihrem Zusammenspiel nicht nur an die
Welterbestätten, sondern auch zu anderen historisch oder touristisch relevanten
Orten. Nach Buchenwald etwa.
 
Das alte Leitsystem, das kurz vorm Kulturstadtjahr installiert worden war, ist
damit Geschichte. Wer eine Idee zum Recycling der grünweißen Beschilderung hat,
kann sich mit der Stadtverwaltung ins Benehmen setzen.
 
 
Sabine Brandt / 18.12.12 / TLZ