Beschilderung in vielen Teilen mangelhaft. Route anspruchsvoll. Landschaft toll
und abwechslungsreich. Auf diesen Nenner brachte gestern der Mühlhäuser Guido
Kunze die Erfahrungen einer Gruppe mit sieben Radfahr-Touristen, die fünf Tage
unterwegs war auf dem Pilgerweg von Waldsassen nach Volkenroda.

Volkenroda. Thüringer Stationen waren Blankenstein, Neustadt, Finsterbergen und
Volkenroda. Neben Kunze fuhren die Volkenröder Albrecht Schödel und Ulrike
Köhler, die Mühlhäuser Martin Fromm und Andreas Falk und der Leinefelder Olaf
Beykirch die letztlich 400 Kilometer lange Strecke (320 waren ausgewiesen) mit
6000 Höhenmetern - teils auf Elektro-Bikes. Die Räder stellte der Radhersteller
Ghost. Schon die erste Etappe in Bayern sei aufgrund unzureichender Markierung
länger geworden als geplant. Auch auf der Schlussetappe zwischen Finsterbergen
und Volkenroda fehlten oft Schilder. Gut sei es nur dort gewesen, wo der
Pilgerweg auf dem Fränkischen Höhenweg und dem Rennsteig entlang führte,
resümierte Kunze.


Georg Körner vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC), der die Tour mitfuhr,
will nun mit Kunze Alternativrouten entwickeln, die von Tourenrad-Fahrern
genutzt werden können. Die Mountainbiker sollen sich den Pilgerweg mit den
Pilgern teilen - auch wenn es dort sumpfige Pfade zu bewältigen galt. "Der Weg
hat Potenzial", ist Kunze sicher, "das muss abgerufen werden." Darüber hinaus
wolle man eine Handy-Anwendung entwickeln lassen, die Sehenswürdigkeiten abseits
des Pilgerwegs zeigt. Ein- oder zweimal jährlich wolle der ADFC geführte Touren
auf dieser Pilgerroute anbieten. Der Weg kann auch allein abgefahren werden,
geführt von GPS. Was den Thüringen positiv auffiel: Die Hotels, Gaststätten und
Pensionen hätten sich auf die Rad-Touristen eingestellt. Auch E-Biker wurden
kostenlos mit Strom versorgt.
 
 
Claudia Bachmann / 05.10.12 / TA