Der Ausbau des Rad- und Wirtschaftsweges von Großtöpfer nach Hessen ist
beschlossene Sache. Symbolisch erfolgte am Montagabend der erste Spatenstich.
Ende September soll das Projekt abgeschlossen sein.

Großtöpfer. "Der Radweg hat eine Gesamtlänge von 904 Metern. Er wird drei Meter
breit sein. Die jeweiligen Banketten rechts und links des Weges sind fünfzig
Zentimeter breit. Der Bewilligungsbescheid liegt seit dem 15. Mai vor", sagte
Jürgen Jakob vom Bauamt der Gemeindeverwaltung Ershausen. 136.100 Euro lautet
das Angebot der Uderaner Firma Tiefwasser-Erdbau (TWE). 88.500 Euro wurden als
Fördermittel bewilligt. Eigenmittel in Höhe von 47.600 Euro stellt die Gemeinde
bereit. Der Spatenstich ist Symbol für ein wegweisendes Projekt zur ländlichen
und touristischen Entwicklung des Eichsfeldes. In Großtöpfer wird der
langersehnte Ausbau der Anbindung des Eichsfelder Radwegenetzes an das hessische
in Angriff genommen.


Die regionale Leader-Aktionsgruppe hat auch in diesem Jahr eine Bewertung der
insgesamt 15 eingegangenen Förderanträge für den Bereich ländlicher Wegebau
vorgenommen und daraus eine Prioritätenliste erstellt. Gefördert werden Anträge,
welche die ländliche Entwicklung besonders unterstützen und im besten Fall
multifunktional genutzt werden können. Sechs Maßnahmen werden in diesem und
nächstem Jahr gefördert, hierfür stehen 400.000 Euro zur Verfügung. Für den
Radweg in Großtöpfer machten sich insbesondere Landrat Werner Henning und der
Leiter des Naturparks Eichsfeld-Hainich-Werratal, Johannes Hager, stark, die
beide dem Vorstand der Leader-Aktionsgruppe Eichsfeld angehören.
 
"Wir verstehen uns als Partner. Fördermittel von Europa sollen der Region zugute
kommen. Das Land stellt diesbezüglich nur eine Schaltstelle dar. Saubere
Rechtsstrukturen sind erforderlich, um solche Anträge stellen zu können",
erläutert Werner Henning mit Blick auf den Naturpark-Chef. "Wir können uns alle
als Sieger fühlen. Es ist sozusagen die Anbindung des Eichsfelder Radweges an
die große Welt", scherzt Johannes Hager ein wenig. Er musste sich zudem für
einen Grundstückstausch einsetzen, damit das Projekt überhaupt auf den Weg kam.
"Hiermit kann die Lücke zwischen dem hessischen und Thüringer Radwegenetz
endlich geschlossen werden", betont der Bürgermeister von Geismar, Martin
Kozber.
 
"Dank der unbürokratischen Kooperation aller Beteiligten konnte hier ein
wichtiges Projekt zur Umsetzung kommen, das für die ländliche Entwicklung im
Eichsfeld Vorbildcharakter hat", freut sich der Regionalmanager der
Leader-Aktionsgruppe, Matthias Maring. In Geismar kreuzt ohnehin der
Kanonenbahnradweg mit dem Unstrut-Radweg. Nun wird die Verbindung zum
Werratalradweg hergestellt. Beim Spatenstich war man sich einig: Das kann für
den Tourismus nur förderlich sein. "Auch in der Gemeinde Geismar gibt es
Sehenswürdigkeiten, die für Touristen von Interesse sein sollten", fügte
Bürgermeister Martin Kozber hinzu.
 
 
Jochen Scheerbaum / 21.08.12 / TA