Erfurt. Zu dem Artikel "Erfurt will den Nessetal-Radweg nicht haben" (TA vom
28.8.2012) hat die Erfurter Stadtverwaltung jetzt Stellung genommen.
 
Es sei, "mitnichten so, dass sich die Stadt nicht zuständig fühlt, stattdessen
ist die Landeshauptstadt in der kommunalen Arbeitsgruppe, die sich an allen
Entscheidungen, die den gesamten Radweg betreffen, beteiligt", teilte eine
Sprecherin mit.
 
Die Stadt, heißt es weiter, habe den Wegabschnitt von Frienstedt bis zur
Stadtgrenze im Rahmen des ländlichen Wegebaus hergestellt und "die Eigenmittel,
immerhin 70 000 Euro wie . . . im Artikel richtig geschrieben, getragen".


Außerdem habe sich Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD) 2007 in einem
gemeinsamen Brief mit Eisenachs OB und den Landräten von Gotha und aus dem
Wartburgkreis an den damaligen Minister für Bau und Verkehr, Andreas Trautvetter
(CDU), gewandt und gebeten, den Nessetal-Radweg in das Thüringer
Radverkehrskonzept aufzunehmen. Dies sei wegen der tourismuswirtschaftlichen
Effekte und der Erhöhung der Attraktivität der Nationalparkregion angezeigt.
Auch mit diesem Brief habe sich Erfurt zur Herstellung des Nessetal-Radweges
bekannt. Ämterübergreifend sei dabei auch "die Führung des Radweges durch Erfurt
festgelegt worden".
 
Eingeräumt wird von der Stadtverwaltung, dass der Weg nicht ausgeschildert ist.
Zur Begründung heißt es, der Weg sei noch nicht fertig. "Derzeit wird das
Beschilderungskonzept von einem Planungsbüro erarbeitet. Im September 2012 soll
es mit allen Beteiligten, auch der Stadt Erfurt, abgestimmt und 2013 umgesetzt
werden", so die Stadtverwaltung.
 
Anders als die Tourismus-Chefin, die sich kritisch geäußert hatte, beurteilt das
Büro des Oberbürgermeisters den Nessetal-Radweg als durchaus für Erfurt
relevant, auch wenn "er sicher nicht die Bedeutung erlangen werde wie der
Städteketten-Radweg". Er könne aber die "Verweildauer von Touristen in der
Region erhöhen" und eine Erschließung mit dem Fahrrad ermöglichen. Durch
Anbindung an andere Radwege könnten anliegende Orte attraktiver werden. Der
Nessetal-Radweg mündet in Erfurt in den Radfernweg Thüringer Städtekette und den
Gera-Radweg.
 
Dabei gehörten Städteketten-Radweg und Gera-Radweg zum touristischen
Radfernnetz. Der Nessetal-Radweg zähle eine Kategorie tiefer und gehöre zum
Radhauptnetz. Dieses verdichte das Radfernnetz. Es verbinde wichtige
Sehenswürdigkeiten und erfülle auch wichtige Aufgaben im Alltagsradverkehr.
 
 
Angelika Reiser-Fischer / 01.09.12 / TA