Der Saale-Radweg hat nun zwischen Burgk und Walsburg einen neuen Verlauf. Die
auch im Kreistag und von Bürgern heftig umstrittene Trasse überquert jetzt bei
Burgk die Saale ans linke Ufer und führt bei Walsburg wieder zurück.

Burgk. Seit Mittwoch verfügt der Saale-Orla-Kreis über einen weiteren, gut
ausgebauten Radwanderweg. Landrat Thomas Fügmann (CDU) übergab im Beisein seines
Amtskollegen aus dem Landkreis Saalfeld-Rudolstadt, Hartmut Holzey (parteilos),
den örtlichen Bürgermeistern, Vertretern der beteiligten Baufirmen,
Grundstückseigentümern und einiger Radlern den neu geschaffenen
Streckenabschnitt zwischen Burgk und Walsburg.


Zwischen dem 9. Januar, an dem der erste Spatenstich erfolgte, und dem 12.
September entstand über 3,4 Kilometer ein anspruchsvoller Radweg. Die Kosten des
Bauvorhabens beliefen sich auf rund eine Million Euro, die mit 900 000 Euro
durch die Europäische Union und den Freistaat Thüringen gefördert wurden.
 
Ausgangspunkt für den Bau dieses Streckenabschnittes war die sich häufende
Kritik über den damaligen Verlauf, der zwischen den beiden Gemeinden über
teilweise viel befahrene Landstraßen führte. "Handlungsbedarf war vor über zehn
Jahren angesagt, darüber bestand von allen Verantwortlichen Einhelligkeit", so
der Landrat in seiner Eröffnungsrede. Was folgte, waren konfliktreiche,
emotional geführte mehrjährige Debatten in zahlreichen Gremien, da der
freizugebende neue Abschnitt durch ein Landschaftsschutzgebiet führt. Auch im
Kreistag gab es unterschiedliche Auffassungen und immer wieder wurde der Ausbau
der Strecke über Dörflas nach Walsburg als bessere Lösung ins Spiel gebracht.
 
"Die gebaute Trasse verdanken wir im Grunde dem Sturmtief Kyrill, da erst durch
die in der Folge massiv notwendigen forstwirtschaftlichen Maßnahmen durch
Freiherrn von Reitzenstein und Herrn Funk eine linksseitige Trassierung entlang
der Saale möglich wurde", erinnerte Thomas Fügmann . Als schwierigstes Teilstück
erwies sich dabei die Querung des Budebaches mit anschließender Bewältigung
eines Steilhanges. Etwa zwei Kilometer der neuen Trasse führen über vorhandene
Forstwege, auf denen keine Baumaßnahmen notwendig waren. Lediglich eine neue
Beschilderung musste erfolgen. Einen besonderen Dank richtete der Landrat an die
13 Eigentümer, ohne deren Zustimmung, der Ausbau in dieser Form nicht möglich
geworden wäre.
 
Leider gab es schon vor der Übergabe in der vergangenen Woche die ersten
Zerstörungen durch Motocross-Maschinen im Bereich am "Steinernen Tor" an der
Wegoberfläche zu verzeichnen. Aus diesem Grund appellierte der Landrat an die
Vernunft der Motocross-Fahrer, diesen Weg nicht zu benutzen. Der Schaden konnte
noch vor der Übergabe durch die bauausführende Firma beseitigt werden.
 
Mit der Freigabe steht einer Nutzung durch alle Wanderfreunde und Radler jetzt
nichts mehr im Wege.