Leinefelde als empfehlenswerter Bahnhof für Radtouristen? "Nein danke! Der
Fahrstuhl wurde wohl hier von Leuten konstruiert, die noch nie mit Fahrrad und
Eisenbahn unterwegs waren. Das kann nicht sein!"

Leinefelde. So lautet die Meinung eines ziemlich frustrierten Radlers, der sich
kürzlich vergeblich abmühte, sein eigentlich ganz normal großes Fahrrad in den
Fahrstuhl auf dem Bahnhof der Leinestadt zu zwängen. Alle Anstrengungen waren
vergeblich, jeder neue Versuch misslang: Das Radel passte nicht hinein, die
Lichtschranke war blockiert, die Tür konnte sich nicht schließen, der Fahrstuhl
blieb stehen. Also setzte sich der Reisende in Bewegung, schleppte Rad und zum
Glück nur eine Packtasche über die Treppen zum nächsten Bahnsteig. Und dabei
konnte er bereits ganz andere Erfahrungen sammeln.


"In Nordhausen, Mühlhausen und Bad Langensalza beispielsweise", so erzählte
er,"passen sogar jeweils zwei Reisende und zwei Fahrräder mit dicken Packtaschen
in die Fahrstühle." Der Reisende machte darauf aufmerksam, dass zwei immer
beliebter werdende überregionale Radwanderwege im Eichsfeld beginnen. Der 190
Kilometer lange Unstrut-Radwanderweg, der bei Naumburg endet und der 400
Kilometer lange Leine-Heide-Radwanderweg von der Leinequelle bis nach Hamburg.
 
Dabei dient Leinefelde als Einstiegsbahnhof für den Leine-Heide-Radweg und als
Umsteigebahnhof, um vom Haltepunkt Silberhausen zur Unstrutquelle bei
Kefferhausen zu gelangen. Der enttäuschte Reisende will jedenfalls vorerst nur
jenen raten, den Leinefelder Bahnhof in ihre Planung einzubeziehen, die bereit
sind, ihr Fahrrad samt Gepäck klaglos über Treppen zu transportieren.
 
 
Christine Bose / 27.09.12 / TA