Beamte der Polizeiinspektion Saale-Holzland zwischen Stadtroda und Hermsdorf auf
Kontrollfahrt per Fahrrad unterwegs. Einsatz dient der Prävention. Bürger sehr
aufgeschlossen bei persönlichen Gesprächen.

Stadtroda. Am Mittwoch im Zeitzgrund. Eine junge Dame lässt ihren Hund von der
Leine. "Wenn das mal nicht die Polizei sieht", wird sie von zwei Radfahrern
humorvoll darauf aufmerksam gemacht, dass man laut Waldgesetz Hunde im Wald
nicht frei laufen lassen darf. Darauf die Frau unter Verweis darauf, dass ihr
Hund sehr lieb sei: "Hier kommt doch keine Polizei lang."


Die Hundebesitzerin irrte. Bei den beiden Männern auf den Trekking-Rädern handelte es sich um
Polizeihauptkommissar Uwe Anderle und Polizeiobermeister Helge Tesch im Einsatz
beim Streifendienst. Der führte sie von Hainbücht durch den Zeitzgrund nach
Hermsdorf. Dort suchten sie Einkaufszentren auf und radelten dann Richtung
Kreuzstraße über Mörsdorf nach Stadtroda zurück. Rund fünf Stunden waren die
Polizeibeamten unterwegs in der Mission, ganz direkt mit den Menschen ins
Gespräch zu kommen, zu beraten und auf Dinge aufmerksam zu machen, die Gefahren
bergen. "Uns ging es um Präventionsarbeit und nicht in erster Linie darum,
Strafen zu verhängen", erläutert Uwe Anderle. Der stellvertretende Leiter der
Polizeiinspektion Saale-Holzland berichtet, dass die Leute sehr aufgeschlossen
waren für die Hinweise der Polizisten. Oftmals bestimme nur Gedankenlosigkeit
Handlungen, die böse Folgen haben können, hat die Fahrradstreife gleich ein
Beispiel parat. Nach dem nächtlichen Regen hatten sich viele Pilzsammler
aufgemacht. Ungeachtet dessen, dass ein heißer Katalysator angesichts der lang
anhaltenden Hitze und Trockenheit verheerende Wirkung haben kann, wurden
Fahrzeuge auf ausgedörrten Rasenstreifen geparkt.
 
 
Der Blick in die Autos, die herrenlos an Waldwegmündungen standen, ließ die
Polizisten nur den Kopf schütteln. Portemonnaies auf der Mittelkonsole, auf der
Rückbank Fotoapparate oder Laptops. Das volle Programm an wertvollen
Gegenständen als Verlockung für Diebe habe man vorgefunden. "Obwohl wir so oft
warnen, erleben wir immer wieder diesen Leichtsinn", sehen sich die Beamten
darin bestärkt, wie wichtig die Präventionsarbeit ist. An den Einkaufsmärkten
steuerten Uwe Anderle und Helge Tesch vor allem die Fahrradständer an. Vor dem
Blick auf die Verkehrssicherheit der Gefährte überprüften sie, ob die Räder
vorschriftsmäßig gesichert waren. Selbstredend würde auch bei ihnen das
Fahrradschloss zum Einsatz kommen, wenn sie sich von ihren Drahteseln entfernen,
versichern die Polizisten auf Nachfrage. Vorbild sein gehöre zu ihrem Job. Das
treffe auch auf das Tragen des Schutzhelmes zu. Noch sei es keine gesetzliche
Pflicht, aber im Interesse der Gesundheit dringend zu empfehlen, könnte es im
Fall des Falles ja auch zu Problemen mit der Versicherung kommen, so der
professionelle Rat.
 
Carola Frindert / 24.08.12 / OTZ