Ein Unternehmen saniert für 250 000 Euro das Haldengebiet in Paitzdorf. Eine
kleine Holzbrücke ist das fehlende Verbindungsstück. Ab Ende September wird der
Weg für Wanderer und Radfahrer geöffnet sein.

Ronneburg. Das Einheben der kleinen Holzbrücke dauerte nur Minuten. Und doch war
es für Volker Berthold, Abteilungsleiter im Bereich Sanierung Ronneburg der
Wismut GmbH, ein symbolischer Akt. Die Sanierungsarbeiten der ehemaligen Halde
Paitzdorf, einschließlich Absetzbecken und Wismutstraße, gelten damit als
weitgehend abgeschlossen. Die Paitzdorfer Absetzbecken waren 1979 für die
mechanische Reinigung von Sicker- und Oberflächenwasser errichtet worden. Im
Jahr 2000 wurden sie für ein auf drei Jahre angelegtes Pilotprojekt zur
biologischen Behandlung von Sickerwasser umgebaut.


2004 ging die Anlage außer Betrieb.
Die Wismutstraße stammte aus den 70er Jahren, als die Halde Paitzdorf
erweitert wurde. Seit Juli 2011 nun wurde der Abbruch der betonierten Flächen
und der Becken vorangetrieben, das Ausladen radioaktiv belasteter Aufschüttungen
begonnen. Dabei fielen nach Angaben des Unternehmens 21 000 Kubikmeter
kontaminiertes Material an, das in den Tagebau Lichtenberg eingelagert wurde. 15
000 Kubikmeter neues Bodenmaterial sei benötigt worden, um die heutige
Geländekontur zu formen. Diese Arbeiten wurden im März dieses Jahres
abgeschlossen, schildert Berthold. Entstanden ist eine kleine Idylle, die
Fußgänger und Radfahrer anlocken soll. Der Zellenbach, der sich aus dem
Regenwasser umliegender Felder speist, wurde umverlegt und auf knapp 200 Metern
wieder naturnah aufgebaut. Im Bereich der ehemaligen Wismutstraße ist ein neuer
240 Meter langer Wanderweg angelegt. Die gestern gesetzte kleine Holzbrücke
haben die Wismut-Mitarbeiter in Eigenleistung gezimmert. Insgesamt wurden in die
Sanierungsmaßnahme 250 000 Euro investiert.
Befahrbar ist die neue Verbindung allerdings erst Ende September, wenn die
Deckschicht auf dem letzten Stück des Weges aufgebracht ist. Ronneburgs
Bürgermeisterin Krimhild Leutloff (CDU) freute sich gestern trotzdem schon über
die neue Verbindung für die Ronneburger, die an den Radwanderweg Thüringer
Städtekette anschließt. Radfahrer und Wanderer kommen so vom Gessental oder dem
Ronneburger Brunnenholz nach Paitzdorf und in die nächsten Dörfer. Bislang
mussten Radler dafür die Bundesstraße benutzen. Zudem eröffne sich mit der alten
Paitzdorfer Straße, die seit kurzem wieder in kommunaler Hand ist, für
Erholungssuchende ein neuer Rundweg um die Stadt, so Leutloff. Als letztes Stück
Arbeit bleibt für die Wismut GmbH nun noch der Neubau eines Hochwasserbeckens,
das in unmittelbarer Nachbarschaft entstehen wird.
 
Katrin Wiesner / 29.08.12 / OTZ