Das Amt für Wirtschaftsförderung und Tourismus benennt neun Schwerpunkte für die
kommenden Jahre. Bis 2017 sollen im gesamten Landkreis zahlreiche Baumaßnahmen
an den Wegen stattfinden

Weimarer Land. Noch herrschen nicht auf allen vorwiegend touristisch genutzten
Radwegen im Kreis Weimarer Land paradiesische Zustände. Aber das, was mindestens
seit dem Jahre 2000 außer in den Forstbereichen stets in Asphalt ausgeführt
wurde, braucht sicherlich keine Vergleiche mit anderen Regionen zu scheuen. Auch
in den kommenden Jahren will der Kreis in diese nicht zuletzt für den
Fremdenverkehr bedeutsame Infrastruktur investieren, versicherte Hans Jürgen
Giese gestern im Gespräch mit unserer Zeitung.


Gieses Amt für Wirtschaftsförderung und Tourismus führt bei all dem Regie, wenngleich
verschiedene Partner - besonders Fördermittelgeber, aber auch die Städte und
Gemeinden - gebraucht werden. So nannte Gieses Mitarbeiter, Ulrich Neumann
künftige Vorhaben. Noch im laufenden Jahr soll für gut 175.000 Euro die
Streckenführung am Fernradweg Thüringer Städtekette im Bereich zwischen
Niederzimmern und Vieselbach verlegt werden. Und zwar so, dass die Pedalritter
später von Niederzimmern über Wallichen rollen. Der Kreis Weimarer Land stellt
dafür 38.000 Euro bereit. Fördermittel kommen vom Amt für Landentwicklung und
Flurneuordnung sowie der Thüringer Aufbaubank. Ziel der 1.500 Meter langen
Baumaßnahme unter Regie des Kreises ist es, die Radfahrer von der Straße weg zu
führen. Mit Radfahrern gab es dort mehrere Unfälle. Tun wird sich noch 2012
etwas zwischen Reisdorf und Auerstedt. Momentan radeln Touristen nämlich auf der
Straße entlang. Das soll sich ändern. Künftig läuft der Radweg in Richtung
Auerstedt gesehen in der Flur entlang. Eingeplant sind für den 2.500 Meter
langen Bauabschnitt 500.000 Euro. Für das kommende Jahr vorgesehen ist im
Bereich der Spange Bad Berka-Hohenfelden der Lückenschluss im Teilabschnitt
Tiefengruben nach Tonndorf. Zweck ist die Fertigstellung des touristischen
Anschlusses von Bad Berka über den Radweg. Der Abschnitt hat eine Länge von rund
2.000 Meter. Gerechnet wird mit Gesamtkosten in Höhe von zirka 450.000 Euro.
Entsprechende Förderanträge sind bereits gestellt, so Ulrich Neumann.
Nächstes Jahr soll außerdem am Ilmtalradwanderweg zwischen Zottelstedt und
Mattstedt Asphalt aufgebracht werden. Koordiniert wird das Ganze mit der Wasser
GmbH, die vorher einen neuen Kanal verlegen will. Kosten für dieses Radwegstück:
ungefähr 90.000 Euro. Asphaltiert werden soll im nächsten Jahr desweiteren der
Teilabschnitt der Thüringer Städtekette zwischen Großschwabhausen sowie der
Gaststätte Carl August an der Bundesstraße 7 nach Jena. Die Arbeiten unter
Kreisregie finden ab dem Ortsrand Großschwabhausen bis an den Waldrand auf zirka
2.100 Meter statt. Ein Problemabschnitt ist der zwischen Oettern und Buchfart.
Derzeit rollen die Radfahrer über die Kreisstraße. Nach der Prüfung von vier
Alternativen habe man sich für eine Variante entschieden, die von Buchfart
rechtsseitig durch die Flur entlang eines Campingplatzes gen Oettern führt, so
Landrat Hans-Helmut Münchberg(ptl.). Einziges Manko aus seiner Sicht: eine
schätzungsweise 300 Meter lange Steigung. Eine Kostenschätzung gibt es für den
zirka zwei Kilometer langen Abschnitt noch nicht. Handlungsbedarf besteht
obendrein - Realisierung ab 2015 - an der Thüringer Städtekette im Bereich
Mellingen, Lehnstedt, Kleinschwabhausen und Großschwabhausen. Dort ist es auf
der kurvigen Kreisstraße für Radler nicht ungefährlich. Nicht zuletzt liegt
Giese und Münchberg die Umsetzung des Masterplans in Zusammenarbeit mit der
Stadt Weimar am Herzen. Deutlich soll 2015 bis 2017 bei Ettersburg werden, das
Zielgebiet 1 ist und damit höchste Priorität genießt. Gleich mehrere Aufgaben
stellt man sich: Anbindung an den Fernradweg Thüringer Städtekette, den
Laura-Radweg, den Ilmtalradwanderweg und gen Süden über Weimar an den
Feininger-Radweg. Letzterer soll 2012 neu beschriftet werden. Genauso wie der
Städtekette-Radweg.
 
 
Dirk Lorenz-Bauer / 01.08.12 / TA