Abiturienten arbeiten an einer Seminarfacharbeit und befragten dafür am
Sonnabend Leute, die am Fluss unterwegs waren. Die aus dieser Befragung
gewonnenen Erkenntnisse sind auch für die kommunale Arbeitsgemeinschaft
Unstrutradweg und die Kreisverwaltung Sömmerda von Belang.

Sömmerda. Zwischen 9 und 10 Uhr waren am Samstag auf dem Unstrutradweg Höhe
Industriepark/Eisenbahnbrücke rund 40 Radfahrer unterwegs. Gezählt und zum
größten Teil befragt wurden sie von drei Schülern des Berufsbildenden Gymnasiums
Sömmerda und der Tourismus-Verantwortlichen (noch im Teiljob mit Pressestelle)
im Landratsamt. Beide Seiten versprechen sich viel davon. Die Gymnasiasten
Marie-Sophie Pfau (19 Jahre und aus Heldrungen), Alexander Mendler
(18/Oberheldrungen), Hannes Frank (18/Gorsleben) und Josephine Denke
(18/Oldisleben) recherchieren für ihre Seminarfacharbeit zur "Entwicklung des
Rad-Tourismus". Als Beispiel haben sie den Unstrutradweg ausgewählt und wollen
nun ergründen, wie Touristen auf der fast 200 Kilometer langen Strecke unterwegs
sind.


Das Thema wurde ihnen von der Schule vorgeschlagen, über die Umsetzung
haben sie sich selbst viel Gedanken gemacht. Und sie sind in der vergangenen
Woche aktiv gewesen und selbst von der Quelle bei Kefferhausen bis Sömmerda
geradelt. Dazu fassten Marie-Sophie, Alexander und Hannes am Samstag im Gespräch
mit unserer Zeitung zusammen: Wir sind 8.30 Uhr gestartet und waren elf Stunden
unterwegs. Es war sehr schön zu sehen, wie der Fluss wächst. In Mühlhausen war
eine Baustelle zu umgehen. In den Städten war die Beschilderung nicht immer
optimal. Alexander fügt noch hinzu: "Wir sind nirgends eingekehrt. So
durchgeschwitzt wie wir waren, haben wir uns nicht in die Zivilisation getraut."
Christine Maurer vom Landratsamt freut sich über das Interesse der jungen Leute,
die an sie und die kommunale Arbeitsgemeinschaft (AG) Unstrutradweg
herangetreten waren. Auf diese Weise kam der Termin für Zählung und detaillierte
Befragung der Unstrut-Radler am vergangenen Samstag zustande. "Wir kommen so zu
wichtigen Informationen für unsere weitere Arbeit. Dazu gehört unter anderem,
wie der Unstrutradweg angenommen wird, was gefällt und was verbessert werden
sollte. Und wir bekommen Argumente, wo und wie noch mehr getan werden kann."
Im Landkreis ist die Strecke in den letzten Jahren gut ausgebaut worden. Laut
Statistik fuhren entlang des Flusses im Vorjahr 55 000 Radler, ein Großteil
sogar als Fern(rad)fahrer. Beim Gespräch an der Strecke war am Samstagvormittag
(leider musste zum zweiten Mal wegen Regen abgebrochen werden) Interessantes zu
hören. Die Erste, die befragt wurde, war Iris Fehr (62) aus Sömmerda, die, wie
öfter, nach Leubingen zum Baden wollte. "Rechts und links ist ordentlich gemäht
und bis Kindelbrück ist der Weg super", hat sie festgestellt. Der Nächste war
wieder ein Sömmerdaer, Andreas Truxa (51). "Der Radweg bekommt von mir eine 4.
Zu viel Unkraut. Die Beschilderung aber eine 2 und die Landschaft auch.
Insgesamt kann ich den Unstrutradweg empfehlen. Viele der Sehenswürdigkeiten in
der Umgebung des Flusses kenne ich." Die Benotung wurde mit dem Fragebogen
vorgegeben - auch um den Stopp der Radreisenden möglichst kurz zu halten. Mit
Sohn Max (16) war Holger Schreiber (49) aus Chemnitz unterwegs. "Ein sehr
schöner Abschnitt hier. Immer dranbleiben und die paar Lücken, die es noch gibt,
schließen. Hier ist noch alles authentisch, die Natur ist oft unberührt. An der
Elbe ist das zumeist anders." Wera Rohowski und Helmut Wileke (Ü 60), ein
Ehepaar aus Frankfurt/Main, waren seit 5 Tagen unterwegs und hatten schon viel
erlebt. "Die Leute hier sind sehr nett und hilfsbereit, ohne aufdringlich zu
sein. Die Anregung zu dieser Tour haben wir aus Radfahrerzeitschrift und
Internet. Die Landschaft ist sehr schön. Was noch fehlt sind kleine Rastplätze.
 
 
Verbindungen
 
* Der fast 200 Kilometer lange Unstrutradweg verbindet Thüringen und
Sachsen-Anhalt.
* Die Anrainer arbeiten in der kommunalen AG Unstrut zusammen.
* Der Landkreis Sömmerda hat momentan keinen Tourismusverband. Er wird im
September neu gegründet.
 
 
 
Bärbel Albold / 30.07.12 / TA