"Deutliche Defizite" bei der Infrastruktur für Radfahrer in Nordhausen räumt nun
auch die Stadtverwaltung ein. Damit reagierte sie auf den Beitrag unserer
Zeitung "Fahrradclub von Politik enttäuscht".

Nordhausen. Dem Radverkehr werde bei Planungen im Rathaus bereits "eine
zunehmend größere Bedeutung beigemessen", meint Stadtsprecher Patrick Grabe. Als
positive Beispiele nennt er die Radwege nach Sundhausen, Bielen,
Niedersachswerfen und Himmelgarten. Künftig sollen alle Ortsteile der Stadt mit
Radwegen erschlossen werden. Pläne liegen bereits in der Schublade. Die Frage
sei nur, wie all das bezahlt werden soll. Dagegen seien Schilder und
Fahrbahnmarkierungen "leicht umzusetzende Maßnahmen", so Grabe.


Oberbürgermeister Klaus Zeh(CDU) - selbst aktiver Radfahrer - will sich
demnächst mit dem Nordhäuser Fahrradclub in Verbindung setzen, "um solche
organisatorisch leicht umzusetzenden Veränderungen zu diskutieren". "Um die
Bedingungen für Radfahrer nachhaltig, konsequent und auch konzeptionell
geschlossen zu verbessern, bedarf es jedoch zusätzlich erheblicher baulicher
Maßnahmen, die oft in einem größeren Zusammenhang gesehen werden müssen, um sie
letztlich auch ökonomisch umsetzen zu können", erklärt Patrick Grabe.
Ein Stückwerk beim Radwegebau nütze letztlich niemandem. "Seit Jahren werden
beim grundhaften Ausbau von Straßen die Belange der Radfahrer immer
berücksichtigt", behauptet Grabe. Im gesamten Verkehrsnetz werde es dabei jedoch
nie eine optimale Lösung für jeden Verkehrsteilnehmer geben können, weil jeder
Vorteil für die eine Gruppe oft zu Lasten der anderen Nutzergruppe gehe. Deshalb
müsse stets ein sinnvoller und dem Standort angemessener Kompromiss zwischen
Fußgängern, Rad- und Autofahrern, dem öffentlichen Personennahverkehr und dem
Lieferverkehr gefunden werden, so Grabe.
 
Jens Feuerriegel / 31.07.12 / TA