GVB-Chef: Akzeptable Lösung gefunden
Gera (J.K.). Wir haben eine Lösung, der "gordische Knoten" ist zerschlagen:
So die erfreute und erleichterte Auskunft von GVB-Geschäftsführer Dr.
Norbert Vornehm auf Anfrage unserer Zeitung zu einem Bauwerk, das von
Frühjahr bis Herbst dieses Jahres errichtet werden soll. Und das schon im
Vorfeld für allerhand Wirbel sorgte. 130 Meter lang, 2,50 Meter breit, 150
Tonnen Stahl und Holz, an Seilen auf zwei Pylonen aufgehängt, Kostenpunkt
1,3 Millionen Euro: Das ist die neue Fußgängerbrücke, die das Wohngebiet
Schafwiesen mit der Endhaltestelle Leibnizstraße der Stadtbahnlinie 1
verbinden soll.
 


Eine Investition, mit der der Geraer Verkehrsbetrieb - der eigentlich auf
eine Straßenbrücke in Höhe Conradstraße gesetzt hatte - den Bewohnern der
Schafwiesensiedlung eine kurze Verbindung zur Bahn sichert. Und ein
Vorhaben, das gleich nach der öffentlichen Vorstellung im Oktober die
Kritiker auf den Plan rief. Zum letzten Mal hatte sich GVB-Chef Dr. Norbert
Vornehm zur Jahresabschluss-Veranstaltung der Geraer Baumschutzinitiative
damit auseinanderzusetzen. Denn die fürchtete, dass der Auf- und Abfahrrampe
für Rad- und vor allem Rollstuhlfahrer (nötig wegen der aus Gründen des
Hochwasserschutzes 1,60 Meter über Straßenniveau liegenden Geh- und
Fahrbahn) zahlreiche Bäume zum Opfer fallen könnten. 20 derart gefährdete
Linden hatte zum Beispiel Heinz Weber errechnet und seinem Leserbrief gleich
den Vorschlag einer "Hubbrücke" beigefügt, die nur tatsächlich im
Hochwasser-Fall angehoben werden sollte.
 
Dr. Vornehm kann inzwischen über diese Idee, deren Realisierungskosten er
sich gar nicht ausmalen will, schmunzeln. Weil die jetzt vom beauftragten
Erfurter Ingenieurbüro Kleb gefundene Lösung aus seiner Sicht allen drei -
objektiv einander zumindest teilweise widersprechenden - Forderungen gerecht
wird: Hochwasserschutz, Behindertengerechtigkeit und Baumschutz.
 
Der Grundgedanke, der nun noch im Detail umgesetzt wird: Die Brücke kommt
etwas weniger hoch übers Straßenniveau. Die Rampe wird nicht in gerader
Linie (da errechneten sich 25 Meter Länge), sondern abgeknickt angelegt. Und
um den einen ansonsten immer noch betroffenen Baum wird sie herumgeführt.
Wir sind ja für ungewöhnliche Lösungen bekannt, kann Vornehm wieder lächeln.
Er spielt auf die wegen der Puschkinplatz-Eiche auseinander gezogene
Gleisführung an...
 
12.01.2006