Das Radwegenetz im Eichsfeld soll ausgebaut werden. Bei drei Vorhaben gibt es
aber Probleme. Das sind die Lücke der Leine-Unstrut-Verbindung zwischen
Geisleden und Kefferhausen, der B 247-Abschnitt zwischen Kallmerode und
Dingelstädter Stadtwald sowie der Radweg auf dem Damm der Kanonenbahn.

Eichsfeld. Über den Kanonenbahnradweg hätten sich leider die Anliegergemeinden
immer noch nicht geeinigt, sagt Zacharias Kobold, der vor über zehn Jahren das
Radwegekonzept maßgeblich konzipiert und 2010 auf 750 vorhandene und vorgesehene
Kilometer erweitert hat. Spätestens im nächsten Jahr müsse der Weg gebaut
werden, sonst gingen die zugesagten Fördermittel endgültig verloren. "Es geht
nur gemeinsam", betont Kobold, dass dort "unbedingt eine Durchgängigkeit
erreicht werden muss". Es nutze ja nichts, ein Stück zu radeln und dann nicht
weiter zu kommen. Wenn der Kanonenbahnradweg nicht käme, würde sich die Region
um eine große touristische Chance bringen, ist er überzeugt. Für die sogar im
Thüringer Radwegekonzept enthaltene Verbindung der Radfernwege Leine und Unstrut
gab es vom Gewerbegebiet Geisleden bis Heuthen - hier ist die
Trinkwasserschutzzone II das Problem - bereits einen Trassenvorschlag, der
verwirklicht werden könnte.


Die Nachteile dieser Trasse außerhalb der Schutzzone
sind aber, dass sie ähnlich wie die Straße verläuft und sogar noch länger als
diese ist, dass Agrarflächen zerschnitten werden, und dass Kreuzebra und damit
der Anziehungspunkt Burg Scharfenstein nicht ohne starke Steigung mit
angeschlossen werden könnten. Zur Genehmigung eingereicht wird derzeit laut
Zacharias Kobold bei der Unteren Wasserbehörde eine andere Variante: entlang des
Geislede-Baches, auf vorhandenen Wegen und mit Anbindung in Richtung Kreuzebra.
Der Planer, der auch selber Rad fährt, hofft, dass sich ein Kompromiss mit dem
Trinkwasserschutz findet. Sehr erfreulich sei schon mal, dass sich die Gemeinden
Geisleden, Heuthen und Kreuzebra einig sind (diese Zeitung berichtete). Damit
wäre aber für den Radfernweg, der hier gleichzeitig auch zum stark
frequentierten Pilgerweg Loccum-Volkenroda gehört, nicht alles klar. Zwar hat
Heuthen seinen Abschnitt des Unstrut-Leine-Weges schon vor Jahren bis zur
Gemarkungsgrenze Kefferhausen und damit bis zur Elbe-Weser-Wasserscheide teils
mit Bitumen-, teils mit Schotterdecke schon gebaut, aber Kefferhausen zog noch
nicht mit. Wie Zacharias Kobold nun berichtet, ist Kefferhausen inzwischen
bereit, seinen derzeitigen Rasenweg-Abschnitt zumindest in einen geschotterten
Weg umzuwandeln. Dafür könne man wahrscheinlich auch eine Förderung aus dem
Programm ländlicher Wegebau bekommen.
Wenn ein Radweg neben der viel befahrenen Bundesstraße 247 zwischen Kallmerode
und Dingelstädter Stadtwald gebaut werden könnte, würde damit ein erhebliches
Gefahrenpotenzial beseitigt. "Ein Wunder, dass da noch nichts passiert ist",
sagen Zacharias Kobold und Dingelstädts Bürgermeister Arnold Metzunisono. Laut
Kobold wäre dafür jetzt eine Lösung in Sicht, für die nur noch Eigentumsfragen
zu lösen wären, "aber das Problem ist das liebe Geld". Ganz einfach gelöst wäre
das Problem übrigens bei einem baldigen Bau der Ortsumfahrung Kallmerode, der ja
auch wegen Geldknappheit auf Eis gelegt ist. Dann würde nämlich die jetzige B
247 zurückgebaut zu einem Radweg wie jetzt bei Worbis. Ein vernünftiger Radweg
zwischen Kallmerode und Dingelstädt würde nicht nur für die Radler aus der
Umgebung einen Gefahrenpunkt entschärfen, sondern auch für die Radtouristen, die
am Bahnhof Leinefelde aussteigen und von dort nach Dingelstädt bzw. zur
Unstrutquelle nach Kefferhausen fahren - oder umgekehrt. Im Jahr 2011 zählte die
Geschäftsstelle des Unstrut-Radweges im Kyffhäuserkreis etwa 70 000 Radler.
 
Jürgen Backhaus / 01.08.12 / TLZ