Radfahren ist im Sommer besonders beliebt. Wie man auf den Radwegen rund um die
Wartburg unterwegs ist, wollte "Thüringer Allgemeine" genau wissen. Heiko
Kleinschmidt sprach mit Christoph Meiners vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club
über das Radeln.
Seit wann fahren Sie Rad? Seit Kindesbeinen an. Aber so intensiv wie jetzt
beschäftige ich mich damit noch gar nicht so lange. Eigentlich seit meinem
Studium in Essen. Dort habe ich des Öfteren auf das Auto verzichtet. Und so hat
alles angefangen. Da wurde ich aktiver; auch im ADFC. Fahren Sie oft im
Landkreis oder lieber weite Touren? Jetzt geht es meist durch den Landkreis.
Aber früher, als die Kinder noch nicht da waren, sind wir weiter weg gefahren.
Da ging es auch mal bis nach Wismar. Ist die Wartburgregion eine
Radfahrerregion? Ja, auf jeden Fall. Das Problem hier sind die Berge.


Da muss man unterscheiden. Die Mountainbiker sind total zufrieden in der Region. Und für
alle anderen gibt es auch flache Strecken. Wie sieht es mit den Radwegen aus?
Seit 20 Jahren gestalten wir als ADFC die Wege mit; wenn es geht. Da wurde schon
ein Radwegekonzept erstellt, das auch recht gut ist. Hauptsächlich die
Themenradwege. Aber auch Ortschaften als Ziele sind vorhanden. Ein Schwerpunkt
ist natürlich Eisenach. Da hat sich viel getan in den letzten 20 Jahren. Aber
nach unserer Meinung hätte sich da noch einiges mehr tun können. Eisenach hat
eine schwierige Lage. Aber gibt es Sachen, die man doch noch lösen kann? Die
Ernst-Thälmann-Straße sehen manche Radler kritisch. Eigentlich ist die gut
ausgebaut. Wir waren damals dabei, als der Neubau anstand und haben gesagt, dass
wir eine Radspur haben wollen. Die Probleme sind immer und überall die
Querungen. Und da ist der Knackpunkt die Zeppelinstraße. Aber das ist wohl auch
die einzige kniffelige Stelle. Es gibt Ansichten, das Radfahrer besser im
Verkehr mitfahren sollten.
Das wird unterschiedlich gesehen. Es gibt da Diskussionen im ADFC, ob ein
Mischverkehr besser wäre. Beim Mischverkehr bin ich auf der Straße, da werde ich
vom Auto- oder Motorradfahrer gesehen, aber es ist auch nicht ungefährlich.
Denn: Da bin ich auch ein Hindernis, was ein Nachteil sein kann. Meine
persönliche Meinung ist, dass ein Mischverkehr besser ist, da jeder Radweg wegen
jeder Querung, jeder Kreuzung, jeder Einmündung eine Gefahr darstellt. Seit wann
gibt es den Thüringer ADFC? Wir feiern in diesem Jahr das 20-jährige Bestehen.
Den Ortsverband Eisenach gibt es aber schon ein Jahr länger. Womit beschäftigen
sich die Clubmitglieder? Vorrangig mit Verkehrsplanung. Wir sind auch bei der
Stadtverwaltung in einigen Gremien mit drin. Das Radwegekonzept soll jetzt neu
angeschoben werden. Da sind wir bereits angesprochen worden und wollen
mitwirken. Denn das ist die große Chance, Einfluss zu nehmen. Wir hoffen auch
auf die neue Oberbürgermeisterin, die selbst Rad fährt. Wir wirken da als
Kreisverband natürlich weiträumig. Und wir betreuen den Unstrut-Hainich-Kreis
außerdem mit. Und Radtouren? Ja wir machen so sieben bis acht offizielle
Radtouren im Jahr. Und das wird immer beliebter. Mehrmals sind wir schon von
Kassel aus gestartet und auf dem Herkules-Radweg zurück gefahren. Da gibt es
verschiedene Kategorien. Der Heldrastein war auch schon ein Ziel. Oberdorla und
der Hainich sind ebenfalls geplant. Der Klassiker ist um die Hörselberge herum.
Im nächsten Jahren werden wir kürzere Touren anbieten, die sind dann für Kinder
geeignet. Kann man Fahrräder sicher abstellen in Eisenach? Das hat sich
verbessert. Schwierig ist es immer noch am Bahnhof. Da gibt es zwar einen
Fahrradständer jetzt, aber das ist nach unserer Meinung nur eine Notlösung. Wir
brauchen dort Fahrradboxen. Die kosten zwar Geld, werden aber genutzt. Andere
Städte machen das vor. Im Stadtgebiet ist es wesentlich besser geworden. Mit der
Umgestaltung der Fußgängerzonen gibt es nun Anlehnebügel. Die sind gut. Wie
steht es mit den Radkarten in der Region? Da gibt es viel. Wir haben ja kürzlich
erst die Fahrradkarte Eisenach - Westthüringen vorgestellt. Das ist die beste
bisher, wie wir feststellen. Die ist sehr detailliert. Und es sind sowohl
Fernverbindungen als auch kleine Straßen vorhanden.
 
Heiko Kleinschmidt / 11.08.12 / TA