Ein neues Motorrad-Quad zieht im Winter Loipen und hilft im Sommer bei der
Wanderweg-Offensive. Die Zusammenarbeit mit der Thüringer Landgesellschaft soll
den Ort noch touristisch reizvoller machen.

Tabarz. Wilfried Völker und Wolfgang Löppen sehnen sich neuen Schnee herbei -
sie wollen arbeiten, Wanderwege räumen, Skiloipen ziehen. Löppen und Völker sind
Mitarbeiter der Kurverwaltung Tabarz und seit Freitag die Nutzer eines neuen
Quad-Geländefahrzeuges.

"Mit dem ersten Schnee im vergangenen Jahr ging unser 20 Jahre alter
Motorschlitten kaputt. Wir standen vor der Wahl einer teuren Reparatur oder
eines Neukaufs", erinnert sich David Ortmann, Kurdirektor von Tabarz.
Schließlich entschied man sich in der Verwaltung für einen Neukauf, schaffte
statt eines Schlittens aber ein geländegängiges Quad an. "Unser Ort ist nicht
schneesicher, das Quad ist auch im Sommer nutzbar", sagt Ortmann.
 
Stadt Friedrichroda lieh einen Schlitten aus
Wilfried Völker und Wolfgang Löppen hoffen dennoch erst einmal auf frischen
Schnee, denn derzeit sind vier kleine Kettenantriebe und ein Schneeräumschild
montiert, und das würden die beiden gerne einmal ausprobieren. Zum Loipenziehen
kann der bisherige Spurschlitten-Anhänger verwendet werden. Dass die Tabarzer in
diesem Winter überhaupt loipen konnten, ist nur der Hilfe der Friedrichrodaer zu
verdanken. "Bürgermeister Klöppel half uns sofort mit der Vermietung eines
Schlittens aus, als unserer kaputt war", so der dankbare Kurdirektor.
 
Immer im Sommer werden jedenfalls die Ketten gegen vier Räder getauscht und das
Motorrad-Quad kann dann für schnelle Einsätze im Gelände genutzt werden.
 
"Das Gefährt können wir auch gut für die Herrichtung unserer Wanderwege
gebrauchen." David Ortmann plant gemeinsam mit dem Tabarzer Tourismusausschuss -
dessen Vorsitzender Dieter Hellmann hatte den Kauf des Quads angeregt - eine
"Wander-Offensive". Dazu sollen gleich zwei Wanderwege als "Premiumwege"
ausgewiesen werden (wir berichteten).
 
Dieses Premiumsiegel wird vom Deutschen Wanderinstitut e. V. vergeben und gilt
als sehr hochwertig. So bestehen Wanderwege nur, wenn sie pro Kilometer
mindestens 40 "Höhe"-Punkte vorweisen. Für eine 270-Grad-Panoramaaussicht gibt
es satte 16 Zähler, aber für asphaltierte Strecken werden wieder Punkte
abgezogen. Den ersten Premiumweg wollen die Tabarzer vom Bärenbruchsgraben im
Lauchagrund, über Aschenbergstein und Kickelhahnsprung, zum Zimmerberg anlegen.
Bislang gibt es in Thüringen sieben Premiumwege. Fünf Rundwege liegen in der
Rhön, der "Weg über den Hel-drastein" bei Treffurt verbindet Thüringen und
Hessen ebenso wie der 170 km lange Streckenwanderweg "Hochrhöner".
 
Um den Kneipp-Kurort attraktiver zu machen, arbeiten die Tabarzer auch mit der
Thüringer Landgesellschaft zusammen. "Studentin Tina Köhler begleitet uns dabei
wissenschaftlich und hat eine Umfrage unter 1.000 Tabarzer Gästen gemacht",
erläutert Ortmann. Das Ergebnis war für manchen erschreckend. "Der typische
Tabarzer Urlauber ist 59 Jahre alt, kommt aus Thüringen, ist Rentner und
kulturinteressiert", erklärt Kurdirektor Ortmann.