Warum es von Eigenrieden in den Nachbarort Heyerode neuerdings sagenhafte 21
Kilometer sind. Ein Wegweiser gibt Rätsel auf.

Eigenrieden. Eigentlich sollte nur der Frage nachgegangen werden, warum am
Landgraben in Eigenrieden ein Schild den Wanderweg bis Heyerode mit 21
Kilometern angibt. Obwohl es mit dem Auto nur etwa 10 Kilometer sind, und beim
Wandern durch den Stadtwald ist es wohl noch etwas kürzer. Also fragte ich
kurzerhand nach. Von der Nationalparkverwaltung wurde mir sogleich von einem
freundlichen Mitarbeiter erklärt, dass es ja beim Wandern nicht immer darum
gehe, von A nach B zu gelangen. Vielmehr solle die regionale Natur erkundet und
entdeckt werden. Das Schild markiert einen Teil des neuen Hainichlandweges.


An diesem Abschnitt geht es von Eigenrieden über Struth und Hildebrandshausen bis
nach Heyerode. Insgesamt gibt es sieben Etappen auf dem über 130 Kilometer
langen Wanderweg. Der Hainichlandweg ist nur einer der vielen Pfade, über die
der Nationalpark erkundet werden kann. In den letzten Jahren wurden über 350
Kilometer Wander- und Radwanderwege in der Region angelegt.
Immer öfter lässt die Neugier sogar internationale Gäste den Hainich aufsuchen.
So Anfang Juli, als eine koreanische Studiengruppe aus Seoul zwei Wochen den
Nationalpark erkundete. Diese Aufmerksamkeit kann einfach erklärt werden.
Schließlich feierte der Hainich jetzt seine einjährige Mitgliedschaft im
Unesco-Weltnaturerbe. Damit steht er seit einem Jahr auf einer Stufe mit den
atemberaubendsten Naturdenkmalen der Welt. Der Hainich hält mit dem
Grand-Canyon-Nationalpark in den USA sowie mit dem Great Barrier Reef in
Australien mit. Gleich kurz nach diesem so wichtigen Jahrestag konnte ein
Jubiläum gefeiert werden. Denn der Baumkronenpfad bei Bad Langensalza empfing
seinen 1,5-millionsten Besucher. Nur eine Frage bekomme ich nicht aus dem Kopf.
Wie komme ich von Eigenrieden nach Heyerode, wenn ich doch nur schnell von A
nach B will? Ein solches Schild habe ich an diesem Wegweiser nicht gefunden.
* Der Autor ist Praktikant in der "Redaktion am Hainich"
 
 
Georg Weise / 19.07.12 / TA