Die Politikerradtour des Ilmkreis-Radclubs nahm sich am Dienstag des offenen
Problems der Anbindung von Wümbach an. Im Ilmenauer Stadtgebiet gibt es hingegen
nur noch kleine Kritikpunkte.

Ilmkreis. Seit es in Ilmenau einen Engpass auf dem Wohnungsmarkt gibt, sind
umliegende Orte wieder gefragt. Das Problem dabei - außer Manebach und
Langewiesen sind die meisten mit dem Fahrrad nur schwer zu erreichen. So erging
es auch der Familie, die sich zu Beginn dieses Jahres an unsere Zeitung mit der
Bitte um Prüfung wandte, inwieweit Wümbach nicht auf akzeptablen Wegen an
Ilmenau angeschlossen werden könnte, wenn das zweite Auto fehlt. Die Mitglieder
des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) stellten dieses Anliegen
Dienstagnachmittag in den Mittelpunkt ihrer Politikerradtour, an der neben
Oberbürgermeister Gerd-Michael Seeber(CDU) Vertreter der Stadtverwaltung und
Mitglieder der Fraktion Bürgerbündnis / Pro Bockwurst (BBW) teilnahmen.


Der knapp 18 Kilometer lange Rundkurs führte über kleine innerstädtische
Problemzonen zum Bahnübergang an der Eishalle, wo trotz zugesagter Prüfung durch
die Rennsteigbahn noch immer ein hoher Absatz ist, wie Kreisvorsitzender Peter
Schütz anmerkte.
Zurück zum Wümbach-Anschluss: Vom Ilmtal-Radweg in Langewiesen aus könnte eine
mögliche Route über den einst als Umgehung gebauten Asphaltstreifen in Richtung
Deponie verlaufen. Dort zweigt auf halber Höhe ein Feldweg ab, der direkt zum
"Eichicht" führt. "Auf diese Weise lassen sich ein paar Höhenmeter sparen",
schätzt Routenführer Raik Riedel ein. Beim weiteren Gespräch im Wald kurz vor
Ilmenau, muss schließlich ein entgegenkommender Radfahrer abrupt bremsen, weil
die Gruppe den Weg versperrt. "Alles blockiert ihr hier", ärgert er sich
angesichts der Steigung, die er mit Schwung nehmen wollte. Der Oberbürgermeister
sieht sich bestätigt: "Nicht alle Radfahrer sind Schäfchen. Sein Gesicht verriet
mir nicht viel Friedfertigkeit", findet Gerd-Michael Seeber. Dafür gibt es von
Seiten des ADFC Lob für die Anstrengungen der Stadt, die Infrastruktur zu
verbessern. "Viel zu meckern haben wir nicht mehr", räumte Ilmkreis-Vorsitzender
Peter Schütz ein. Aus Sicht des Ilmenauer Stadtchefs "hat das Fahrradfahren in
den vergangenen zehn Jahren aber auch unwahrscheinlich zugenommen". Zurück geht
es über die geplante Thüringer-Waldrand-Route in Richtung Ilmenau-Roda, wo
stadteinwärts noch eine Einfädelspur vom Radweg auf die Erfurter Straße
vorgeschlagen wird. Die Auswertung der Tour folgt am nächsten Dienstag, wenn
sich die Arbeitsgruppe Radfahren in Ilmenau trifft. Mehr Wirtschafts-Nachrichten
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Arne Martius / 27.06.12 / TA